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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kompressionstest - und nun ?



volki 1
09.12.2013, 22:36
Hallo allerseits

Ich habe an meinem 300Tdi einen Kompressionstest vorgenommen und brauche Unterstützung bei der Auswerung.
Ich habe einmal "trocken" und einmal " nass" (soll heissen mit einem Spritzer Öl im Zylinder )gemessen. Kann aber nirgendwo etwas darüber finden, inwieweit diese beiden Wetre voneinander abweichen dürfen.
Konkret : Zyl . trocken nass
1 26bar 30bar
2 27 30,5
3 28,5 32,5
4 27 31

Motor war warm.
Ist dieser Unterschied zwischen "trocken" und " nass" ok ? Gibt es einen Wert in Bar ab dem der Unterschied nicht mehr toleriert werden sollte bzw. Zylinderseitig nachgebessert werden sollte? Der Motor hat 310 000km gelaufen, vor 30 000km neuen Kopf bekommen und vor ca. 50 000 km neue Kolben /Ringe und Pleuellager (von Übergrösse stand nix auf der Rechnung).
Der Landy bekommt einen neuen Rahmen ( und, und, und ..http://www.blacklandy.eu/blboard/forum/images/icons/icon8.png..), daher komme ich gerade so schön an den Motor ran.
Schn einmal Danke für die Unterstützung ....
Gruß aus Bochum, Volker

Arlo
09.12.2013, 23:07
Je nachdem wieviel Öl du in den Zylinder füllst, wird der Kompressonsdruck unterschiedlich hoch ansteigen.
Wenn du es überreizt, steigt der Druck theoretisch gegen unendlich.
In der Praxis gibt allerdings irgend etwas anderes vorher nach.

Neue Kolben mit Ringen, in den alten Laufbuchsen?

Du lässt gern schrauben, oder? :confused:

volki 1
10.12.2013, 00:13
Die Ölmenge war schon pro Zylinder identisch - Einwegspritze mit 3ml .
Mit den Kolben in den alten Laufbuchsen - habe das Auto mit einem Berg Rechnungen übernommen - da findet sich halt besagte Rechnung eines Motoreninstandsetzers - nur Aufbohren od. Grösse der Kolben sind nicht aufgeführt ?

gisli
10.12.2013, 08:34
stimmt das Ventilspiel, läuft der Motor problemlos ?

Zebulon
10.12.2013, 17:18
Kann aber nirgendwo etwas darüber finden, inwieweit diese beiden Wetre voneinander abweichen dürfen.
Eine Differenz von über 10 Prozent ist laut WHB grenzwertig.
Zur Messung gehört natürlich kein Öl in die Zylinder!

onehundred
10.12.2013, 21:36
Hallo Volker,
warum hast Du gemessen? Gefällt Dir irgendwas nicht an dem Motor? Sollen wir den kaputt diskutieren? Möchtest Du ihn gerne zum Überholer bringen?
Wieso hat er neue Kolben bekommen? Fragen über Fragen...
Also ehrlich gesagt, ich finde die Kompressionswerte der Zylinder ziemlich gleich. Ich käme nicht auf die Idee einen gut laufenden Motor auseinanderzureißen nur weil ich gerade gut drankomme. Wenn es ein Problem gibt ok, aber Messwertkosmetik?
Fragende Grüße, Ulrich

volki 1
10.12.2013, 23:02
OK - ich sehe, da muß noch was dazu...
Gemessen, weil ich den Motor halt gerade so schön solo da stehen habe...
Die Sache mit dem Öl im Zylinder fand ich eine besonders schlaue Idee - irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Motor unter 30 Bar das Öffnen desselben zwecks Ursachenforschung nach sich ziehen könnte. Bin jetzt davon ausgegangen, mit dem eingespritzten Öl ermitteln zu können, ob die zu den 30 Bar fehlende Differenz eher im Zylinderkopf od. im Kolbenbereich zu suchen wäre. Da mit Öl der Druck gestiegen ist, bin ich davon ausgegangen, dass wenn überhaupt, die Ursache eher im Bereich der Kolben zu suchen wäre. Ist diese Annahme falsch?
Grundsätzlich würde ich einen gut laufenden Motor mit gutem Kompressionswerten nicht öffnen.
Ich wollte nur wissen ob diese Differenz bei den Messungen irgendeine Relevanz hat - dem scheint ja dann nicht so zu sein und der Motor bleibt zu.
Gruß, Volker

Arlo
10.12.2013, 23:43
Beim Direkteinspritzer sollte das Verhältnis zwischen Vh und Vc 1:19 betragen, sagt die Theorie.
Vc ist jedoch meistens unbekannt.

Du hast Mist gemessen! (HS

gisli
12.12.2013, 13:54
OK - ich sehe, da muß noch was dazu...
Gemessen, weil ich den Motor halt gerade so schön solo da stehen habe...
Die Sache mit dem Öl im Zylinder fand ich eine besonders schlaue Idee - irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Motor unter 30 Bar das Öffnen desselben zwecks Ursachenforschung nach sich ziehen könnte. Bin jetzt davon ausgegangen, mit dem eingespritzten Öl ermitteln zu können, ob die zu den 30 Bar fehlende Differenz eher im Zylinderkopf od. im Kolbenbereich zu suchen wäre. Da mit Öl der Druck gestiegen ist, bin ich davon ausgegangen, dass wenn überhaupt, die Ursache eher im Bereich der Kolben zu suchen wäre. Ist diese Annahme falsch?
Grundsätzlich würde ich einen gut laufenden Motor mit gutem Kompressionswerten nicht öffnen.
Ich wollte nur wissen ob diese Differenz bei den Messungen irgendeine Relevanz hat - dem scheint ja dann nicht so zu sein und der Motor bleibt zu.
Gruß, Volker

deine annahme ist falsch. durch das öl hat sich nur der gesamte kompressionsdruck erhöht - was normal ist. die Differenzen sind aber genau die gleichen geblieben, also liegt der fehler im kopf. deshalb nochmal die frage nach dem Ventilspiel.

Zebulon
12.12.2013, 18:37
Die Sache mit dem Öl im Zylinder fand ich eine besonders schlaue Idee - irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Motor unter 30 Bar das Öffnen desselben zwecks Ursachenforschung nach sich ziehen könnte.
Das WHB spricht von mind. 24bar. Allerdings, normalerweise sollten etwa 30bar und mehr bei einem guten Motor erreicht werden. Ne frische Batterie und ein einwandfreier Anlasser vorraus gesetzt.
Hohe Kompressionswerte haben vor allem einen positiven Einfluss auf das Startverhalten des kalten Motors. Ein guter Motor startet bei bis zu minus 5 Grad auf die erste Komprimierung, also nach einer halben Motorumdrehung!

Ähnlich mangelhafte Kompressionswerte deuten zuerst auf verschlissene Kolbenringe und Laufbuchsen. Defekte/undichte Ventile führen idR zu ungleichmäßigen Werten.

volki 1
12.12.2013, 19:56
Hmmm - ich wollte natürlich keine so breite Diskussion losbrechen.
Ich fasse für mich zusammen - wenn überhaupt "nass" prüfen, dann würde ich dies tun wenn einer der Zylinder bei der normalen Kompressionsmessung auffällig abweicht um den Grund für diese einzelne Abweichung einzugrenzen ?
@ gisli jepp - Ventilspiel hatte ich vorher korrekt eingestellt.
Grundsätzlich wollte/will ich einen guten Motor, wenn ich ihn wieder einbaue. Jetzt war ich der Meinung, das nach den Kompressionswerten eigentlich alles gut ist. Aber die angesprochenen 30 Bar schafft er halt nicht...
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich aus den beiden letzten Beiträgen ein Widerspruch ergibt :-) - nicht optimale Werte wegen Kopf od. eher wegen Zylinder ?
Ich habe mir noch einmal die vorhandenen Rechnungen angesehen- demnach hat er vor rund
70000km (ist ja schon ne Weile her) neue Kolben, Pleuellager bekommen und die Zylinder wurden nachgehont ( dies ist ja nicht aufgebohrt ?). Dabei wurde auch der Kopf geplant und Ventile und deren Sitze bearbeitet.
Vor knapp 30000km ist ein neuer Kopf draufgebaut worden.
Die ganze Sache ist nicht soo wichtig - der Motor läuft ja gut. Nur im Zustand der Toataldemontage stellt sich immer die Frage " Was sollte man noch mitmachen?", da kommt man gerade so schön dran, wenn schon- dann richtig u.s.w.. Dies abzuschätzen ist nicht immer leicht und wie man an meinen Messmethoden sieht, kann ich da noch einiges an Input vertragen....
Ich danke scho einmal allen für Ihre Mühe, Volker

DominikS
13.12.2013, 18:02
Hast Du ein Gerät mit Schreiber (ähnlich einem Seismograph) oder eines mit Manometer verwendet?

Die Geräte mit Manometer haben ein Ventil, durch diese Engstelle kann die Luft nicht sehr schnell durchströmen. Es kommt noch hinzu, dass das Ventil oft am Gewinde sitzt und dahinter viel Luft in den Schlauch passt. Bei diesen Geräten braucht es relativ lange, bis ein Druckausgleich erfolgt ist und der Druck beim Manometer dem im Zylinder entspricht. Man muss also etwas orgeln.