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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kupplung trennt nicht mehr



Katreiber
01.04.2005, 22:31
folgendes Problem: nach hunderten von Kilometern störungsfreien Betriebs lässt sich meine Möhre plötzlich nicht mehr schalten. Ich kriege die Gangwechsel nur noch mit roher Gewalt oder bei stehendem Motor hin. Getriebe lässt sich wunderbar schalten wenn der Motor aus ist. Bei laufendem Motor und eingelegtem Gang merkt man dass leichter Kraftschluss vorhanden ist, ähnlich einem Wagen mit Automatikgetriebe. Ergo: Kupplung trennt nicht mehr richtig. Aber jetzt kommts: Flüssigkeitsreservoir im Behälter voll, keine Luft in der Leitung da frisch entlüftet und am Pedaldruck hat sich nix geändert, nach ca. 2 cm leerem Pedalweg baut sich ganz normal Druck auf. Es tritt auch nirgendwo Bremsflüssigkeit aus. Interessanterweise hat sich am "Hauptschleifpunkt" wegmäßig auch nix geändert. Mechanisch einstellen kann man ja nix. Was kann das sein? Vor allem weil der Defekt plötzlich kam und sich seitdem auch nicht mehr verändert hat. Es ist wie wenn die Kupplungsscheibe dicker geworden wäre. Danke für Hilfe.

Stefan

thieso
01.04.2005, 22:42
hi Stefan,
hört sich haargenau nach dem an was mir vor kurzem pasiert ist,..
und eben weil es von einem Moment auf den anderen aufgetreten ist
konnte ich erst nicht an einen Verschleis der Kupplung glauben.
Hab dann auch Nehmer und Geber gecheckt, entlüftet in alle Richtungen, usw. Irgendwann dann doch neue Kupplung bestellt.Nachdem die alte ausgebaut war konnte ich nichtmal einen Augenscheinlichen Defekt erkennen. ... Naja jetzt läuft er wieder mit der neuen !! Kannst ja mal den Hauptganghebel abbauen dann kann man zur Kupplung reingucken.
Grüsse Thieso

26kanal
02.04.2005, 00:41
?( Mysterioes ...
Hab zwar all den Krempel auch schon mehrfach in der Hand gehabt, aber ich kann nur spekulieren:
a) Die Gabel in irgendeiner Weise kaputt? Juengere Landy-Getriebe haben ja prinzipiell die gleiche Mechanik, da kommt das scheinbar ab und zu vor. Aber das widerspricht erstmal Thiesos Erfahrungen.
b) Die Einstellmuttern fuer Dein Kupplungspedal (auf der kleinen Koppelstange am Geberzyl.) haben sich bewegt. Steht das Pedal noch genauso "hoch" wie vorher im Fussraum? Pruef mal, ob das noch die 140 mm sind.
c) Klebt da vielleicht irgendwas?

Sorry, mehr faellt mir augenblicklich nicht ein.

Gruss
Volker

Katreiber
02.04.2005, 07:39
Also an die Einstellschraube für das Pedal habe ich auch schon gedacht, ist aber negativ, da sich die Pedalhöhe nicht verändert hat. Lt. Explosionszeichnung in der Reparaturanleitung gibt es da noch eine Einstellmöglichkeit im Geberzylinder, wo man quasi den Wirkungsweg des Kolbens im Zylinders mittels einer Stange einstellt. Die Symtome wären bei diesem Defekt auch logisch. Unlogisch ist dabei aber, dass der Defekt a) plötzlich auftrat und b) sich seitdem nicht mehr verändert hat.

Die Geschichte mit einer irgendwie defekten Gabel käme dem Gesamtbild sehr nahe. Die Frage ist nur, was ich jetzt rausreisse, da wir ja von 2 verschiednenen Baustellen sprechen. X(. Ich denke ich werde trotzdem erst mal den Geberzylinder genau überprüfen. Kann man den Wirkungsweg des Kolbens einstellen ohne den Kotflügel wegzumachen bzw. zu lockern?

Danke, Stefan

dersalweyer
02.04.2005, 09:26
Moin


Immer diese doofe Ferndiagnose!

Ich tip mal auf den Ausrückmechanismus. Entweder das Ausrücklager, der Hebel, oder die Befestigung der Stange, die in den NZ greift.

Blöd ist, das dafür das Getriebe raus muß. Wenn auch nicht ganz.


Gruß Anton

thieso
02.04.2005, 21:59
Hallo nochmal,
...also wenns die Gabel wär hätte es denke ich einen Schlag gelassen und
es würde rumpeln und scheppern denn zumindest ein abgebrochenes Teil
liegt ja dann in der Kupplungsglocke rum !?
Die Einstellschraube am Geber verstellt sich wenn, dann doch nur schleichend !?
Habe aber gehört das die Nachbau Geber sehr kurze Lebensdauer haben
können
Den Nehmer kannst du schnell checken, ausbauen mit Leitung, einer
drückt nen Schraubenzieher auf den Zylinder der andere dappt aufs Pedal !?
Das Ausrücklager fängt vieleicht langsam an zu rasselen das hättest du
gehört
Ich tippe auf das Aggregat selber

Gruß thies

26kanal
03.04.2005, 00:44
Ja, stimmt, das Ausruecklager kaeme auch noch und ebenso infrage wie die Andruckplatte. Aber bei DEfekten dort muesste man noch andere Symptome festestellen, z.B. Geraeusche?

Geberzyl. selber einstellbar??? Also die kleine Druckstange des Gebers ist doch (2 Muttern) exakt die Stelle, wo Du die Hoehe des Kupplungspedals einstellst. Was soll denn da noch sein?

Min. beim SIII (Linkslenker; RHD ist ja ganz einfach) kriegst Du den Kupplungsgeberzyl. raus, indem Du den ganzen Pedalbock loest, auf dem Fussraumblech drehst um 180°, und ihn dann ins Radhaus herausziehst (vorher Spritzblech weg, Hydr.-Fluessigkeit runter, Leitung aufschrauben, ggf. auch noch linkes Vorderrad weg). Dann kannst Du an der Einheit weiterschrauben. Das geht, ohne den Kotfluegel (anzusagen 8o bzw.) loszuschrauben bzw. ganz wegzunehmen. Muesste beim IIA aehnlich laufen.

Aber sorry, Katreiber, so wie ich die Hydraulik kenne, wuerde ich eher in die Kupplung schauen. Und das bedeutet, wie Anton schon andeutete, min. Getriebe loesen und zurueckschieben.

Was ist eigentlich mit dem kurzen Schlauch zw. den festen Leitungen und dem Nehmerzyl.? Wenn der nachgibt?

Gruss
Volker

Katreiber
03.04.2005, 09:23
Dank Euch erstmal für die vielen Tipps. Ich werde mich jetzt erst nochmal eingehend mit der Betätigungshydraulik beschäftigen. Einen mechanischen Defekt an der Kupplung selber halte ich zwar nicht für ausgeschlossen, aber doch eher unwahrscheinlich. Ihr bestätigt mir dies indirekt. Ich halte euch aber auf dem Laufenden. Blöderweise kann ich beruflich bedingt nicht vor nächstem Sonntag schrauben ;(, aber...was solls.

Stefan

dersalweyer
03.04.2005, 12:33
Moin

Gestern haben wir beim 88er die Kupplun in Schwung gemacht. Das heist eine neue Leitung eingebaut, Nehmer- und Geberzylinder auch.

Dann entlüftet. Das wollte nicht vernünftig trennen. Nur ganz zum Schuß ein wenig. Aber auch hier blieb immer noch ein leichter Kraftschluß.

Was tun?

Wir haben den NZ noch mal ausgebaut und nach der Stange geguckt.

Nix zu sehen.

Aber der NZ wollte sich nicht wieder einbauen lassen, da der Kolben zu weit herausgekommen war, warum auch immer.

Entlüfternippel aufgedreht und den Kolben mit Schraubenzieher zurück geschoben. Alles wieder zusammen gebaut und es lief perfekt.

Den etwas zu kurzen Leerweg und damit das Spiel haben wir durch einstellen der GZ Stange auf ca. 4cm eingestellt. Jetzt trennt sie sauber und kuppelt auch sauber wieder ein.

Einen Versuch ist es wert, find ich.

Gruß Anton

Katreiber
10.04.2005, 20:33
Also heute endlich geschraubt. Sowohl der Geber- wie auch der Nehmerzylinder sehen aus, als ob sie vor kurzem erst eingebaut wurden (das ist der Nachteil, wenn man sich halbfertige Baustellen kauft, man weiss nie was schon gemacht wurde und was nicht). Erstmal hab ich den Nehmer abgeschraubt. Folgende Situation: der Kolben im Nehmer sitzt ca. 1 cm vom Ende der Zylinderlaufbahn weg und lässt sich problemlos mit dem Finger ca. 4 cm reindrücken. Das müsste in Etwa dem Weg der Feder gleichkommen, die den Kolben nach vorne drückt. Wenn bei eingedrücktem Kolben jemand aufs Kupplungspedal tritt, spürt man sofort, dass sich der Kolben nach vorne bewegt. Wird das Pedal ganz durchgetreten kommt der Kolben ca. so weit raus, wie er auch durch die Feder von selbst rauskommt. Das müsste denke ich so passen.

Die Stange die an die Gabel geht, die das Ausrücklager betätigt, lässt sich ca 3-4 cm hin und herbewegen, wobei man beim eindrücken hört, wie das Ausrücklager an die Druckplatte stösst. Ich weiss allerdings nicht ob es normal ist, dass sich die Stange ca. 3-4 cm herausziehen lässt. Gut.

Am Geberzylinder habe ich den Deckel oben drauf abgeschraubt. Dabei fällt auf, dass das Einstellgewinde bereits am Ende ist, d.h. ich kann den Druckpunkt nicht weiter nach vorn verlagern.

Jetzt helft mir mal. Wenn eine Kupplung verschleisst, wird die Belagstärke dünner, d.h. sie rutscht irgendwann durch. Meine Kupplung rutsch nicht durch, sondern sie trennt nicht mehr. Übrigens sind sowohl GZ als auch NZ trocken. Wenn die Gabel gebrochen wäre würde gar nix mehr gehen. Was könnt das sein? Ich hab einfach keinen Bock, nur so auf Verdacht mein Getriebe auszubauen, bzw. zurückzuziehen. So eine Sch... man! Vor ein paar Monaten stand er so da

dersalweyer
10.04.2005, 20:52
Original von Katreiber
Die Stange die an die Gabel geht, die das Ausrücklager betätigt, lässt sich ca 3-4 cm hin und herbewegen, wobei man beim eindrücken hört, wie das Ausrücklager an die Druckplatte stösst. Ich weiss allerdings nicht ob es normal ist, dass sich die Stange ca. 3-4 cm herausziehen lässt. Gut.



Nein, das ist nicht normal.

Die Stange hat etwas Luft, so 2,51 bis 4,86 mm. ;)

Da stimmt wohl was in der Kupplungsglocke nicht.

Ärgerlich, aber um einen Getriebeausbau wird man wohl nicht drumrum kommen.

Gruß Anton

Katreiber
10.04.2005, 21:14
Spitzenklasse! Ich freu mich X(! Jedenfalls danke, Anton, jetzt weiss ich wenigstens was Sache ist. Was baut man eigentlich leichter aus, das Getriebe oder den Motor? Also ich meine, ich bin relativ gut ausgerüstet, und wenn ich mir das alles so ansehe müsste doch eigentlich der Motor schneller draussen und wieder drin sein als das Getriebe? Danke für Info.

Stefan

dersalweyer
11.04.2005, 10:35
Original von Katreiber
Was baut man eigentlich leichter aus, das Getriebe oder den Motor?



Also - Getriebe Ausbauerfahrung hab ich leider reichlich.

Das Getriebe ist aber recht fix ausgebaut. Die Schrauben die Motor und Getriebe verbinden müssen sowieso los

Klötzchen zwischen Motor und Rahmentraverse, damit der Motor hinten nicht absackt

Kardanwellen ab

hintere Getriebehalterung lösen

Getriebe nach hinten ziehen

Dann müsste man an die Kupplung kommen, ohne das Getriebe heraus zu nehmen

Hat man eine geschraubte Getriebetraverse, ist das Getriebe aber auch einfach nach unten raus zu nehmen. (Vom Gewicht mal abgesehen)

Muß es nach oben raus, ist ein Querträger, den man an der Regenrinne einhängt, eine wertvolle Hilfe. Dazu empfiehlt sich ein Flaschenzug.

Oder man hat ein Motorhebegerät, das durch die offne Tür geschoben wird. Das ist natürlich erste Wahl!

Leider muß dann die Sitzkiste raus.

Motor Ausbau mit allen Anschlüssen und Leitungen dauert sicher länger.


Gruß Anton

Katreiber
13.04.2005, 21:17
hattest Recht, Anton! Hab heute das Getriebe abgeflanscht und zurückgezogen, ging wirklich relativ unproblematisch. Da ich Plane fahre, habe ich diese abgenommen und das Getriebe an den Flaschenzug gehängt. Was mich langsam nervt ist die Tatsache, dass ich eigentlich keinen Defekt feststellen kann. Die Kupplungsscheibe ist sicherlich neu. Bei meiner Möhre wurde 1998 das Getriebe überholt. Seitdem war das Auto nicht mehr angemeldet und ist auch kaum bewegt worden. Was sicher nicht neu kam ist die Druckplatte. Das Ausrücklager scheint mir auch neu zu sein, da es bereits Kunststoffwangen hat. Die Plastikklammer, die das Ausrücklager in der Gabel hält lag unten in der Getriebeglocke. Bei der konstruktion auch kein Wunder, aber ich denke nicht, dass das Kriegsentscheidend ist. An der Befestigung der Druckstange an der Gabel gibts auch nix auszusetzen. Ich denke mal ich werde morgen bei Theo eine neue Druckplatte bestellen in der Hoffnung, dass sie bis Samstag da ist. Das ist zwar Ersatz auf Verdacht, aber ich wüsste nicht was ich sonst machen sollte.

Stefan

dersalweyer
14.04.2005, 09:01
Original von Katreiber
Die Plastikklammer, die das Ausrücklager in der Gabel hält lag unten in der Getriebeglocke. Bei der konstruktion auch kein Wunder, aber ich denke nicht, dass das Kriegsentscheidend ist.

An der Befestigung der Druckstange an der Gabel gibts auch nix auszusetzen.



Moin,

saß denn das ADL beim Ausbau richtig in der Gabel? Ganz umsonst ist die
Klammer schleißlich nicht.

Und der Klipps der Druckstange war auch OK!?

Wenn alles wie's gehört eingebaut ist, müsste es wieder gehen.

Wenn nicht, prüf noch mal den Weg des NZ, Problem hab ich weiter oben schon beschrieben.

Gruß Anton

Katreiber
16.04.2005, 20:29
Sie trennt wieder - und wie!! Habe heute neue Druckplatte montiert. Donnerstag früh bei Theo bestellt. Theo hat wieder sehr zuverlässig geliefert (Hr. Wolf). 2 Tage von der Küste bis ins Fichtelgebirge :D. Angenehmer Nebeneffekt: Das Getriebe lässt sich jetzt viel leichter schalten. Ich nehme an, dass die Kupplung halt schon länger nicht mehr richtig getrennt hat, nur dass man das nicht so gemerkt hat, bis halt gar nix mehr ging. Was mir ein ewiges Rätsel bleiben wird ist der Umstand, dass jemand eine Kupplungsscheibe wechselt (die in der Kupplung befindliche Reibscheibe war nagelneu) und die Druckplatte nicht, obwohl sie bereits starke Riefen aufweist. Toll! Für einen Teilepreis von 70 Euro summa summarum 2 Tage geschraubt. Naja, man gönnt sich ja sonst nix:

Stefan

thieso
16.04.2005, 21:33
Hi Stefan,
na das freut mich. Ich kenn das Gefühl noch gut.
Wahrscheinlich sind die Getriebe derart rustikal das man den schleichenden Verfall der Kupplung nicht bemerkt,...und dann halt so plötzlich wie bei uns. Mein 109 er wurde vor 1/2 Jahren von Benzin auf Diesel umgebaut,..da hab ich mich auch gefragt warum da nicht gleich ne neue Kupplung reinkam.

Gute Fahrt
thieso

dersalweyer
17.04.2005, 08:43
Original von Katreiber
Sie trennt wieder - und wie!! Donnerstag früh bei Theo bestellt. Theo hat wieder sehr zuverlässig geliefert (Hr. Wolf). Für einen Teilepreis von 70 Euro summa summarum 2 Tage geschraubt. Naja, man gönnt sich ja sonst nix:




Na, das freut auch mich für dich.

Und was Theo angeht: auch wenns mal etwas teurer ist - der Service stimmt! =) =)

Und 70 Euronen find ich OK.

2 Tage geschraubt?

Doch wohl nicht ganze Tage!?

Gruß Anton

Katreiber
17.04.2005, 09:31
Doch wohl nicht ganze Tage!?

Hallo Anton, nein, der reine Kupplungsaus- und einbau ging schon recht fix, aber zuvor hab ich ja erst alle möglichen anderen Sachen ausprobiert und so hat sich die "Bruttoreparaturzeit" halt entsprechend erhöht. Was solls, hätte ich das nicht gemacht wäre ich im Wald gewesen oder Motorrad gefahren ;)

Stefan