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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zum Allradsystem des Free



raptor
02.09.2010, 17:57
Hi,

da ich jetzt schon mehrmals Traktionsprobleme mit meinem 2005 TD4 auf Feldwegen mit zB. nassem Lehm hatte, möchte ich mehr über die Funktionsweise des Allradsystems des Free's erfahren. Ich habe dazu natürlich auch schon an verschiedenen Stellen gesucht, habe aber leider für mich noch keine klaren Antworten gefunden.

Insbesondere möcht' ich gern wissen, wie genau sich das Allradsystem bei einzelnen durchdrehenden Rädern verhält. Wann gibt's noch Chance auf weiterkommen, wann nicht mehr?

Klar ist mir mittlerweile, dass im Normalfall (zB. am Asphalt) 98% der Antriebskraft nach vorne, 2% nach hinten wirken. Kommt es zu einem (oder beiden) durchdrehenden Vorderrädern, entsteht eine Drehzahldifferenz an der Kardanwelle was dazu führt, dass die Viscokupplung entsprechend Kraft nach hinten leitet. (Angeblich bis zum Verhältnis 2:98?).

Erste Frage:
Wie schnell geht das? Wie stark/wie lange muss vorne was durchdrehen bis die Visco wirkt?
-> lang durchdrehende Räder sind nämlich ein Problem bei einem Weg mit Seitenneigung. Dadurch rutscht das Fzg. weg und landet überhaupt im Acker (=Bergeeinsatz notwendig).

Zweite Frage:
Wenn sich das Gel mal verhärtet hat und die Visco Kraft nach hinten leitet: wie lange dauert der umgekehrte Prozess, d.h. wie lange wird Kraft nach hinten geleitet?

Mit diesen beiden Fragen stell' ich eigentlich die Frage wie träge das System ist?

Meine dritte (und eigentlich auch wichtigste) Frage ist:
Was ist, wenn VORNE UND HINTEN gleichzeitig ein Rad (zu 100%) durchdreht?
Ist dann endgültig Schluss mit Lustig?

Ist es EGAL WELCHES der hinteren Räder durchdreht?
Oder ist nur bei diagonal durchdrehenden Rädern Schluss?

Zur Veranschaulichung, hier ein zwei Grafiken:

http://img4host.net/upload/021746124c7fc6c485052.jpg
Räder (rote Achsen) drehen auf gleicher Seite durch - ist hier ein Vorwärtskommen möglich?

http://img4host.net/upload/021750094c7fc7b167799.jpg
Räder (rote Achsen) drehen diagonal durch - ist hier ein Vorwärtskommen möglich?

Ich hoffe, Ihr könnt mir hier etwas helfen, sorry bin eben noch Anfänger auf diesem Gebiet, danke im Voraus.
LG Raptor

wanna_be_free
02.09.2010, 18:12
also erstens ist die Antriebskraft ca. 90:10 verteilt. Die "Reaktionszeit" der Visco nahe Null aber, und das dürfte dir eher helfen, solltest du weiterkommen solange noch irgendein Rad greift denn die durchdrehenden werden mittels der Bremse abgebremst.
Dafür hast du ja ASR...

raptor
02.09.2010, 18:23
Danke für die schnelle Antwort!

Ja, das es zusätzlich die Traktionskontrolle auch noch gibt ist mir bekannt.

Jedoch habe ich da eben einen Weg, der bergauf führt, nach rechts hängt und blos lehmartiger Boden ist. Wenn es da einen Tag lang geregnet hat, bin ich jedes Mal nicht raufgekommen (trotz neuer ATR-Bereifung, General Grabber AT2), da mir sofort die Vorderachse wegrutscht und unweigerlich Richtung noch ärgerem Schlamm driftet.

Ich habe irgendwie das Gefühl dass das Allradsystem für diesen Weg hier irgendwie zu träge ist - oder ich zu feige bin (kann ich auch nicht ausschliessen) - oder diese Situation eigentlich schon eine absolute Extremsituation darstellt.

Fahre ich jedoch mit den linken beiden Rädern etwas in der Wiese, dann geht's.
Jetzt interessiert mich halt ein bisserl das Grundsätzliche so. Kann' ja nicht schlecht sein, drüber nachzudenken...

LG Raptor

karsten 500
02.09.2010, 18:34
Ich hab oft die HDC mit eingeschaltet, aber bei Gripproblem hilft sie reichlich wenig.

Chrisly
02.09.2010, 19:08
Hy Raptor,

wie meine Vorredner schon richtig gesagt haben reagiert die Visco ziemlich flott - Wenn ich z.B. auf Schnee zügig anfahre drehen die Vorderräder grad mal ne halbe Umdrehung durch und schon geht die Hinterachse mit. Immerhin ist die Viscokupplung ja vorgespannt - d.h. das Untersetzungsverhältnis vorder zu hinterachse ist nicht 1:1 - will heißen das die Vorderräder vom Verteilergetriebe etwas schneller angetrieben werden als die hinteren. Dadurch die "Vorspannung". Man merkt es ziemlich gut wenn man enge Kurven im Schritttempo fährt - dort ist die Drehzahldifferenz zwischen Vorder und Hinterachse bereits so groß das Sie schon "sperrt" und der Karren recht unwillig um die Ecke geht.

Zu Deinen Schaubildern - richtig ist das die Traktionskontrolle ein durchdrehendes Rad abbremst bis die Gegenseite wieder Kraft abkriegt. Hier ist es egal welches der Räder (von mir aus auch 2 gleichzeitig) durchdreht. Nur: dafür musste ordentlich Gas geben (so 3000 Umdrehungen aufwärts) das Sie auch richtig reagiert - warum? Wenn sie schon bei niedrigeren Drehzahlen bremsen würde, wird der Motor abgewürgt.

Soweit verständlich?

Beste Grüße

Chrisly

Hugo
02.09.2010, 20:24
... und alles im 1. gang fahren. der ist sehr kurz übersetzt und schafft so beim free eine leistung wie der defender im 2. gang reduktion erreicht. und auf dem gas bleiben, so dass auch noch die tc anspringt. das ganze ist etwas gewöhnungsbedurftig und sollte desshalb auch geübt werden ...

gruß

hugo

karsten 500
03.09.2010, 04:29
Genau, das hört sich oft sehr Materialmordend an, aber einen F1 mus man zum Teil anders im Gelände bewegen als einen Defender. Wie Hugo schon schrieb, ist Übungssache. Das kann man fast als letztes grosses Abenteuer bezeichnen.:D

raptor
03.09.2010, 07:19
@All: DANKE, das ist ja mal verständlich erklärt :)

Wenn also an beiden Achsen (zumindest) ein Rad durchdreht, dann hilft nur noch TC. Damit diese allerdings eingreift braucht man Drehzahl. Das bedeutet aber auch kurzzeitig durchdrehende Räder und ist bei einem seitengeneigten Weg problematisch...

Erster Gang ist klar, wg. dem Übersetzungsverhältnis - sonst verreckt der Motor.

Trotzdem würde es mich noch interessieren, ob es einen Unterschied macht, ob die Räder einseitig oder diagonal durchdrehen müssen, bis es zu dieser schwierigen Situation kommt.

Ein kleines Beispiel:
Angenommen ich stehe einseitig mit beiden Rädern auf 100% rutschigem Untergrund (Schlamm, Matsch, Eis, ...). Kommt der Free hier ohne TC weg oder nicht?

Hugo
03.09.2010, 08:31
nochmal: probieren geht über studieren sagt der volksmund. du fragst hier nach situationen die so in der realität (fast) nicht vorkommen werden. im normalen bereich bringt dich der allrad schon weit, aber erwarte nicht zuviel vom allrad. es kommt immer auf die situation an und natürlcih auch wie der fahrer die situation einschätzen kann. technik kann vieles, aber nicht alles. ich kann dir ruhigen gewissens sagen, daß ich extreme passagen die ich mit dem frontera und dem defender gefahren bin, auch mit dem free gefahren bin, ohne größere probleme. und ich bin im winter sowohl mit dem frontera, als auch mit dem defender und auch mit dem free in schneewehen hängengeblieben. ab einer gewissen schneehöhe bleibt selbst ein defender stecken. deshalb immer VORHER prüfen, ob man eine passage mit dem fahrzeug nehmen kann oder nicht. mit dem free war meine extremste steigung bis jetzt 24% auf glatteis. der free ist nach etwas schwierigkeiten beim starten leicht ins seitliche rutschen gekommen so wie du es auch geschildert hast, hat aber letztendlich die steigung dann ohne weitere probleme bewältigt ...

gruß

hugo

Bernie
03.09.2010, 08:51
Wenn´s richtig lehmartiger Schlamm ist kommt es stark auf die Bereifung an, mit relativ feinen AT wie den General Grabber kommst du da nicht weit, da sind MT´s auf jden Fall besser. Selbst die schmieren aber zu und der Wagen kommt ins rutschen. Die MT´s reinigen sich aber dann leichter und wühlen sich besser durch, haben je nach Ausformung des Profiles auch einen besseren Seitenhalt.

Grüsse

Bernie

Wenn Du wie oben geschrieben mit beiden Rädern auf einer Seite auf extrem rutschigen Untergrund stehts (z.B. Eis) geht mit jedem klassischen Geländewagen ohne Achssperren nichts mehr, das wird beim Freely genau so sein. Ist mir auch schonm mal mit meinem alten Pajero passiert (keine Sperren, kein TC), da haben dann Bleche geholfen. Die Frage ist ob das TC in einer solchen Situation, wo der Wagen nicht mehr in Bewegung ist, ausreicht.

raptor
04.09.2010, 05:27
du fragst hier nach situationen die so in der realität (fast) nicht vorkommen werden.

Genau des is es ja, genau diese Aussage stimmt NICHT. Solche Situationen hatte ich leider schon öfter, als mir lieb war, zB. bei jedem x-beliebigen unbefestigten Feldweg nach starkem oder langem Regen.

Wenn der dann auch noch bergauf geht und zur Seite geneigt ist, dann geht schon die Post ab, soll heissen der Free fährt mit einem hin wo ER will, nicht wo der Fahrer hin will. Hier ohne zumindest etwas Hintergrundwissen einfach rumzuprobieren führt zu 100% in den Acker und der Trekker wird fällig. (Hab ich natürlich alles schon hinter mir :D).

Ich denke nicht über irgendwelche Extremsituationen im halben Meter tiefen Schlamm nach, sondern nur über diese auf mich am ersten Blick relativ einfach wirkende Situation am nassen, unbefestigten Feldweg. 'Einfach'? haha, von wegen...

Hier habe ich eben die Erfahrung gemacht, dass wenn ich zumindest einseitig etwas mehr Traktion habe (z.B. durch leicht versetztes Fahren), dass der Free dann so mit Müh und Not aus dieser Situation wieder rauskommt.

Verstanden hab' ich's nach Begutachtung des Antriebs aber nicht ganz, denn eigentlich müsste er auch nach meinem bisherigen Verständnis auf einseitig rutischigem Untergrund voll durchdrehen. Denn wenn die Kraft über die Visco an's Hinterachsdifferential kommt müsste es dort eigentlich egal sein, an welcher Seite ein Rad durchdreht, damit wieder nix mehr geht.
Oder täusch' ich mich da?

Vielleicht hat aber hier auch die TC die beiden durchdrehenden Räder soweit runtergebremst und die dadurch 'festgehaltene' Kraft auf die beiden anderen Räder übertragen, des kann' ich jetzt adhoc ned mehr sagen.

Tatsache ist: bis TC eingreift, drehen sich Räder ordentlich durch und in dieser Phase treibt's den Wagen vom Weg ab. Soviel hätt' ich schon mal gelernt.

Keine Sorge, natürlich bin ich weiter am Probieren, aber nachdenken sollte man halt auch zwischendurch mal...

Hugo
04.09.2010, 07:58
sorry aber wenn du schon bei jedem x-beliebigen feldweg beim befahren nach regen mit deinem free probleme bekommst, dann liegt es vielleicht doch nicht am allrad sonder vielleicht doch am fahrer? oder wie bernie schreibt an den falschen reifen? oder der free ist einfach nicht das richtige auto für das was du vor hast? nochmal: jeder offroader hat grenzen, selbst ein "richtiger" geländewagen wie der defender kann an gewissen passagen probleme bekommen. technik ist halt doch nicht alles. und nochmal: das technische fachwissen über die allradtechnik im allgemeinen ist ja lobenswert, richtigen umgang mit allrad und was deine kiste bzw. du mit dem allrad erreichen kannst, kannst du nur durch erfahrung in extremsituationen sammeln. deshalb empfehle ich jedem sich und seine kiste durch fahren in extremem gelände an diese grenze selber ranzutasten. es gibt auch seminare die man besuchen kann. ich selber war und bin schon einige male in offroadparks wie zb. langenaltheim zugange und übe dort immer wieder das befahren von extremen passagen die man so im alltag nicht vorfindet. man muß halt immer wieder die grenzen der technik bzw. seine eigenen grenzen kennenlernen. und jeden winter fahre ich wenn der erste schnee liegen bleibt mit meiner kiste auf einen parkplatz in der nähe und übe das fahren auf glätte. denn wie ich schon vorher geschrieben habe: der umgang mit den ganzen helferlein wie allrad, etc, abs, hdc et cetera pp. sollte dem jeweiligen fahrer bekannt sein. übrigens: was geht und was nicht geht mit dem free kann man inzwischen auf youtube in zig filmchen sehn ... hier nochmals kurz erklärt wie der allrad beim free funktioniert:

auf trockener strasse wird die kiste mit einer verteilung von 95:5 (vorne/hinten) angetrieben, ältere modelle haben eventuell ´ne verteilung 80:20. wird es glatt kommt der allrad nun ins spiel der über eine zentrale viskokupplung geregelt wird und im extremfall den antrieb auf 50:50 an beide achsen verteilen kann. die schlupfregelung erfolgt durch bremseneingriff an allen vier rädern via abs/etc die dann quasi als als achssperrenersatz fungiert; der free hat keine geländereduktion, aber einen sehr kurz übersetzten 1. gang. ein wort noch zu hdc: hdc wirkt, wenn eingeschaltet auch über das abs und ist nur im 1. bzw. dem rückwärtsgang aktiv. hdc bremst die kiste auf ca. 7 km/h ab, simuliert also eine motorbremse wie bei einem geländewagen mit eingeschalteter reduktion. auch das sollte man ein paarmal geübt haben, denn es kostet große überwindung einen steilen hang (wir reden hier von bis zu 80% gefälle) runterzfahren OHNE selber bremsend einzugreifen ...

gruß

hugo

wanna_be_free
04.09.2010, 11:21
im extremfall den antrieb auf 50:50 an beide achsen verteilen kann
nicht nur dass sondern auch fast komplett auf die HA wenn die Räder vorne frei durchdrehen!
Aber aus Erfahrung weiss ich dass es kein Problem ist wenn z.b. am Hang rechts beide Räder frei durchdrehen. In dieser Situation werden diese dann abgebremst und man kann locker weiterfahren, man merkt nur eine minimale Verzögerung bis es weiter geht.
Erst wenn alle Räder durchdrehen ist Schluss mit lustig :D, solange noch ein Rad packt geht es voran, selber ausprobiert!

Ich denke mal bei Raptor´s Free funktioniert möglicherweise ASR oder vielleicht die Bremsen nicht oder nicht richtig!

tommick
04.09.2010, 20:57
Leute, das ist doch ganz einfache Physik:
Wenn die beiden durchdrehenden Räder an einer Fahrzeugseite durch die TC abgebremst werden, wird der Freely unweigerlich durch die beiden angetriebenen Räder auf der Gegenseite in Richtung der abgebremsten Seite gedreht (Siehe Panzerfahrwerk: wenn die Kette auf einer Seite abgebremst wird, dreht sich der Panzer)

raptor
04.09.2010, 20:58
sorry aber wenn du schon bei jedem x-beliebigen feldweg beim befahren nach regen mit deinem free probleme bekommst, dann liegt es vielleicht doch nicht am allrad sonder vielleicht doch am fahrer? oder wie bernie schreibt an den falschen reifen? oder der free ist einfach nicht das richtige auto für das was du vor hast?
hugo
Kann schon sein, wie ich weiter oben geschrieben habe bin ich kein Profi, sondern Anfänger und möchte einfach nur das System kapieren, um genau eben die Grenzen kennen zu lernen. Deinem Schreiben nach hat man fast den Eindruck, Du fühlst Dich irgendwie durch meine Fragen angegriffen, das ist aber nicht Sinn dieses Threads. Eine einfache Antwort auf meine zuletzt oben geschriebene Frage hätte völlig gereicht.



jeder offroader hat grenzen, selbst ein "richtiger" geländewagen wie der defender kann an gewissen passagen probleme bekommen.
hugo
Das ist wohl klar, auch Panzer haben ihre Grenzen...



nur durch erfahrung in extremsituationen sammeln.

Nicht nur, sondern auch durch vorheriges Nachdenken, fragen und drüber reden.



auf trockener strasse wird die kiste mit einer verteilung von 95:5 (vorne/hinten) angetrieben, ältere modelle haben eventuell ´ne verteilung 80:20. wird es glatt kommt der allrad nun ins spiel der über eine zentrale viskokupplung geregelt wird und im extremfall den antrieb auf 50:50 an beide achsen verteilen kann. die schlupfregelung erfolgt durch bremseneingriff an allen vier rädern via abs/etc die dann quasi als als achssperrenersatz fungiert; der free hat keine geländereduktion, aber einen sehr kurz übersetzten 1. gang. ein wort noch zu hdc: hdc wirkt, wenn eingeschaltet auch über das abs und ist nur im 1. bzw. dem rückwärtsgang aktiv. hdc bremst die kiste auf ca. 7 km/h ab, simuliert also eine motorbremse wie bei einem geländewagen mit eingeschalteter reduktion. auch das sollte man ein paarmal geübt haben, denn es kostet große überwindung einen steilen hang (wir reden hier von bis zu 80% gefälle) runterzfahren OHNE selber bremsend einzugreifen ...
hugo
Danke, das ist ja alles soweit schon klar gewesen. Meine Frage bezog sich aber auf die rein MECHANISCHE Kraftübertragung, also die Situation OHNE TC. TC ist nun mal kein Wunderding.

Heute hatten wir Allradmesse (www.allradmesse.at (http://www.allradmesse.at)) in Österreich und hier hatte ich Gelegenheit mit prof. Landrover Instruktoren zu sprechen. Freundlich haben Sie mir alle Systeme auch in ihren Grundfunktionalitäten erklärt und so weis ich jetzt, dass es genau so ist wie von mir vermutet: ohne TC geht bei an beiden Achsen gleichzeitig durchdrehenden Rädern nix mehr. Egal ob diagonal oder einseitig, da die Kraft immer am durchdrehenden Rad weggeht. Da helfen nur noch Achssperren (die der Free aber nicht hat).

Oder TC. Aber halt nur beschränkt und nicht so gut wie eine mech. Achssperre. Hier kommt's dann drauf an wie extrem die Situation ist und je mehr Räder Traktion haben, desto besser. Dh. einseitiger Grip ist besser als komplett am rutschigen Weg. Das ist die Lehre, die man daraus ziehen kann.

Klar ist, dass das jetzt nicht besonders auf den Free bezogen ist, sondern bei allen Allradsystemen (ohne mechanischen Achssperren) der Fall ist. Aber das stand ja auch nicht zur Debatte.

So, meine oben formulierte Frage wurde somit heute von LR direkt beantwortet.
Euch danke ich auch nochmal für Eure fachlichen Infos.

LG Raptor

karsten 500
05.09.2010, 06:41
Moin Raptor,
Niemand hier und vor allem nicht Hugo will dir was Böses, geschriebene Worte werden immer anders Interpretiert als gesprochene. Da du vor Augen hast welchen Weg du letztendlich meintest kann man hier nur Mutmassen.
Und im Prinzip wurde dir hier das was dir die Leute von LR erklärt haben, auch erklärt. Aber schön das du dort warst, aber eines bei der ganzen Theorie bitte nie vergessen, die Praxis nicht aus den Augen verlieren. Ich habe schon viele Theoretiker im Modder stecken sehen die von der Technik alles wusten, aber sie nie Praktisch ausprobiert hatten. Du bist aber durch deine Erfahrungen auf einem guten Weg. Ich zb. Fahre nur At-Reifen, und, die haben mir auch in vielem geholfen, wo ich mit den Strassenreifen nichts ausgerichtet hätte. Und im nächsten Jahr rüste ich auf MT um, aber nur für den Warmen Jahresteil, für den Winter gibts dann richtige Winterreifen.

lg Karsten

Tcop
05.09.2010, 20:12
Leute, das ist doch ganz einfache Physik:
Wenn die beiden durchdrehenden Räder an einer Fahrzeugseite durch die TC abgebremst werden, wird der Freely unweigerlich durch die beiden angetriebenen Räder auf der Gegenseite in Richtung der abgebremsten Seite gedreht (Siehe Panzerfahrwerk: wenn die Kette auf einer Seite abgebremst wird, dreht sich der Panzer)


Hört auf Leute die das Problem des Freelyallrad verstanden haben.

Noch etwas zum Grübeln:
Man nehme einen Corsa B, 1,4 Liter, Bj. 93
dazu einen Steigung von etwas mehr als 10 %
Das Fahrzeug steht Rückwärts am Hang und die Räder der Fahrerseite stehen auf Eis
Die Räder der Beifahrerseite stehen auf trockenem Asphalt.

Wenn man jetzt versucht diese Steigung rückwärts zu erklimmen sollte der Logik nach, das Rad, welches auf dem Eis steht durchdrehen.
Ergebnis: das Auto dürfte sich keinen Millimeter bewegen...

Fakt war aber, dass er ohne nur einen Hauch von durchdrehenden Rädern spielend leicht die Steigung hinauffuhr.... Ich war selbst der Fahrer und hatte mich darüber mehr als gewundert.... Der Bekannte, welcher mich mit seinem Subaru eigentlich raus ziehen sollte war ebenso erstaunt.

Lösung ??? ich habe keine...

kasobke
12.09.2010, 21:25
wir waren am WE 3 Freelys in Fürstenau, da habe ich folgende szene beobachtet. Rad hinten links freistehend, fahrer gibt Gas, so bis 2000 umdrehungen, karre steht still, hinten links dreht . nach mehrmaligen Versuchen hat der Fahrer ( nobbifree ) die Drehzahl erhöht, dann erst wurde hinten links abgebremst und der Free hat sich problemlos rückwärts rausgeschoben. Selbst habe ich festgestellt das der Wagen in schwierigen Situationen immer diese hohe Drehzahl brauchte um problemlos schwierige untergründe zu meistern. in niedrigen drehzahlen habe ich so manche Steigung nicht bewältigt.
Meine Vermutung daher, bei Drehzahlen um / über 3000 ist das ganze System schon im Standby und reagiert sehr viel schneller als bei untertouriger Fahrweise.
Aber ich bin halt auch immer noch am probieren.
#

Chrisly
12.09.2010, 21:59
Hatte ich doch schon auf Seite 1 geschrieben das Du mit Drehzahlen von 3000 Aufwärts "arbeiten" mußt :-) Siehe unten....


Hy Raptor,

wie meine Vorredner schon richtig gesagt haben reagiert die Visco ziemlich flott - Wenn ich z.B. auf Schnee zügig anfahre drehen die Vorderräder grad mal ne halbe Umdrehung durch und schon geht die Hinterachse mit. Immerhin ist die Viscokupplung ja vorgespannt - d.h. das Untersetzungsverhältnis vorder zu hinterachse ist nicht 1:1 - will heißen das die Vorderräder vom Verteilergetriebe etwas schneller angetrieben werden als die hinteren. Dadurch die "Vorspannung". Man merkt es ziemlich gut wenn man enge Kurven im Schritttempo fährt - dort ist die Drehzahldifferenz zwischen Vorder und Hinterachse bereits so groß das Sie schon "sperrt" und der Karren recht unwillig um die Ecke geht.

Zu Deinen Schaubildern - richtig ist das die Traktionskontrolle ein durchdrehendes Rad abbremst bis die Gegenseite wieder Kraft abkriegt. Hier ist es egal welches der Räder (von mir aus auch 2 gleichzeitig) durchdreht. Nur: dafür musste ordentlich Gas geben (so 3000 Umdrehungen aufwärts) das Sie auch richtig reagiert - warum? Wenn sie schon bei niedrigeren Drehzahlen bremsen würde, wird der Motor abgewürgt.

Soweit verständlich?

Beste Grüße

Chrisly

kasobke
13.09.2010, 08:18
Ja Chrisly, das hatte ich auch gelesen, ich wollte halt nur meine Erfahrung mitteilen.
Einer von uns 3en ( svennyland ) hat einen 05er Diesel, hier wurde sehr viel früher Kraft an das / die durchdrehende /n Rad geleitet, hat vielleicht mit dem früheren anlegen des max Drehmoment zu tun, oder und die ganzen Helferlein sind nochmals besser abgestimmt. Insgesamt hat er wesentlich ruhiger die verschiedenen Situationen gemeistert.

SvennyLand
13.09.2010, 20:11
Moin,
nun möchte ich meinen Senf auch noch dazu geben. :D
Ich kann kasobke nur bestätigen. Wir waren/sind noch immer am grübeln, warum ich besser durch oder rüber kam.
Es liegt auf jeden Fall nicht daran, dass ich gut Auto fahren kann. :)
An den Reifen hat es vermutlich auch nicht gelegen. Denn ich war mit abgefahrenen breiteren 18" Straßenreifen dort und die 16"-Gummis von Kasobke sehen wesentlich mehr nach Geländeprofil aus. Einige Sandhügel und Steigungen kam ich einfach besser hoch.
Aufgrund des Dieseldrehmoments konnte ich dabei meistens unter den genannten 3000 Umdrehungen bleiben.
Vielleicht kommt ja noch ne nachvollziehbare Begründung. Laune hat es auf jeden Fall gemacht :D
Bis denn
Sven

Landvogt
14.09.2010, 10:58
Moin Seven,
ein Grund dafür, dass du Sandhügel besser hochgekommen bist waren sicherlich deine Reifen. Je breiter desto besser auf Sand und je gröber das Profil, desto mehr gräbt das Auto sich ein (sehr vereinfacht ausgedrückt!).

Gruß,
Dennis

SvennyLand
14.09.2010, 14:26
Moin,
danke für den Hinweis.
Irgendwer ging auf dem Treffen an meinem Auto vorbei und murmelte, wie unvernünftig es doch sei, zu solch einer Veranstaltung mit diesen Rädern zu kommen.
Bis denn
Sven

karsten 500
14.09.2010, 17:19
Auf Sand bist du mit breiten Strassenreifen meist besser drann, als andere mit AT-Reifen, habe ich sehr oft selber erleben dürfen.;)
Und was die Drehzahl angeht, unseren F1 mus man oft auf Drehzahl halten, schon damit die Elektronic mitspielt.

berti1554
15.09.2010, 04:21
Wird wohl von LR so gewollt sein. Wahrscheinlich würde der kleine 1.8er sonst während des Bremseneingriffs mangels Drehmoment untenrum verrecken...

Doctor No
27.03.2014, 11:14
Wie ist es eigentlich mit dem Freelander 2 hat er auch so einen kurzen 1.Gang wie der Defender(2.gang untersetzt)?Würde mich mal so interessieren.War erst vor kurzem im Mammutpark und bin da einen Defender gefahren und bin da fast alles im 2.Gang mit Untersetzung gefahren.Wenn ja das wäre ja schon cool, hab mich nicht getraut mit meinen Freelander 2 ins Gelände zu fahren.

Hugo
28.03.2014, 06:17
ja ... und der f2 ist noch besser als der f1 im gelände. wenn du keine kratzer oder sonstige schäden schäust, kannst du ruhig mit dem f2 ins gelände. du wirst dich wundern wie weit der kommt ...

Doctor No
28.03.2014, 09:21
Im Mai werd ich ihn dann mal testen da bin ich wieder im Mammutpark ;-)

Woods
28.03.2014, 17:14
Hier noch ein Video von mir zur Trägheit der VCU
https://www.facebook.com/photo.php?v=396160423820733&set=vb.270643123039131&type=3&theater

Doctor No
28.03.2014, 23:24
Ich seh da nix von Trägheit ;)