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Thema: Wanderschrauben in Rumänien

  1. #1
    Mitglied Avatar von thstbr
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    Daumen hoch Wanderschrauben in Rumänien

    Wenn morgens zum Frühstück die Frage gestellt wird, ob wir "die Wurst aufschrauben wollen" ... spätestens dann muss man erkennen, dass die Schrauberkomponente unserer Rumänientour nicht zu kurz gekommen ist. Gut so

    Für alle, die - wie ich in den letzten Monaten auch - schon lange darüber nachdenken mit der Serie mal (wieder) richtig auf Tour zu gehen, habe ich mal einen Kurzbericht über unsere Rumänientour der letzten 2 Wochen zusammengeschrieben.

    Guido / Birger: Ich habe es in den Seriebereich gestellt, da es mehr eine Schrauber- als Sightseeingtour war. Ihr könnt den Beitrag aber gerne auch woanders hin verschieben

    Nach vier Jahren gemütlichen Wartungsschraubens an meiner Serie ist mir im vergangenenen Sommer der Wunsch gekommen mit der Serie mal nach Rumänien zu fahren. Bilder wie auf www.dieexpedition.de haben ja auch entsprechenden Suchtfaktor...

    Es ging nicht darum ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Klar hatten wir einen Plan wo wir hinwollten, aber in erster Linie ging es darum mit den alten Kisten mal richtig Spaß zu haben. Und wenn es halt nur bis zum Bayrischen Wald gereicht hätte und wir dort wegen Reparaturen eine Woche Spaß beim Schrauben gehabt hätten wäre es auch ok gewesen.

    Ursprünglich bestand unsere Gruppe aus 3 Fahrzeugen. Ein Jeep CJ5, meine Serie 3 und ein T3 Synchro.
    Zur Vorbereitung haben wir dann in Eisenberg mal richtig Offroadfahren geübt. Ein Freund den ich dazu mitgenommen habe, war sofort angefixt und hat sich dann wenige Wochen später ebenfalls eine Serie 3 zugelegt. Der hat sich dann sofort richtig ins Zeug und hat erstmal die Bremsschläuche vorne, Swivels und Spurstangenköpfe erneuert. (Ohne das hätten wir auch nicht fahren können...)
    Zu mehr war keine Zeit, und die von Guido so oft zu Recht zitierte 20'000ter Inspektion haben wir dann quasi während der Reise "on-demand" gemacht.
    Ich habe ihm gesagt, er bräuchte sich um Ersatzteile keine Sorgen machen, da ich ohnehin viel für mich mitnehmen würde.
    Ich konnte aber nicht ahnen *was* wir alles brauchen würden .... aber dazu später mehr.

    So waren dann schon 2 Landys dabei.
    Die Gruppe wurde letztlich noch durch einen MB100 ergänzt. Der war als Versorgungsfahrzeug ideal (Kühlschrank !), sollte dann im Camp bleiben und hatte ein Motorrad für's Offroaden hinten drauf. Was aber ein vollbeladener MB100 im Gelände so zustandebringt mussten wir dann auch noch lernen ....

    Das Thema Ersatzteile und Werkzeug habe ich lange gewälzt.
    Um es gleich zu sagen: Meine Serie ist ein Ersatzteiljunkie. Vieles von dem was ich als Ersatzteil mitnehmen wollte, musste gleich vorab eingebaut werden nachdem es in der Werkstatt neben der Serie lag. Die Kupplungshydraulik zum Beispiel ging fast am gleichen Tag kaputt nachdem die Teile angekommen waren. So war die Serie bei Abfahrt dann so fit, wie nie zuvor.

    An Ersatzteilen mitgenommen habe ich Steckachsen (wurde benötigt), Benzinpumpe (wurde benötigt), Verteiler (wurde benötigt), Kopfdichtung (nein, die wurde Gott sei Dank nicht auch noch gebaucht) und sonst noch einiges an Kleinteilen wie beispielsweise Unterbrecherkontakt mit Kondensator, Kerzen, Keilriehmen, etc. Benötigt wurde auch ein HBZ (musste eingeflogen werden)...

    Anhand der Aufzählung oben, kann ich also schon mal widerlegen dass man die Teile die man mitnimmt nicht braucht

    Als erstes Camp hatten wir uns bei Erwin Sipos (www.westkarpaten.ro) eingemietet. Hier kann man auf seinem Hof campen (wir hatten ja alle unser Dachzelt drauf) oder aber auch ein Zimmer mieten.
    Wir waren restlos begeistert von Erwins Gastfreundschaft und haben von ihm viele gute Tipps für Routen in der Umgebung bekommen. Wenn man nicht weiter durch Rumänien auf Erkundungsreise gehen will, kann man sehr gut sein Camp bei ihm aufschlagen und von dort aus Tagestouren unternehmen. In jedem Fall ist der Aufenthalt bei Erwin absolut empfehlenswert !!
    Wir waren 2 Tage dort und sind dann weiter zur Transalpina und Transfaragalsan gefahren. Zwischen beiden Passstrassen gibt es auch eine lange Offroadstrecke, so dass man Offroad und Sehenswürdigkeiten verbinden kann.

    Höhepunkt der Reise war ohne Zweifel unsere Weiterfahrt zur Transfaragalsan. Der MB100 war natürlich nie dazu gedacht im Gelände zu fahren. Trotzdem wollten wir unterwegs zum nächsten Camp etwas abseits der Piste fahren, und Bruno der Fahrer des MB100 hat seinen alten Boliden nicht geschont. So ging es zunächst über staubige Schotterpisten und schliesslich auf Rückerwegen durch den Wald. Anfangs war er nicht zu bremsen ... dann haben es die Wurzeln und Baumstämme aber doch geschafft.
    Es ging nicht mehr weiter. Wäre ja auch nicht weiter tragisch gewesen, wenn wir kurz vorher nicht eine sehr steile Passage runtergefahren wären. Naja, die Capstan Winde wollte ja auch mal ausprobiert werden...
    Beim Versuch den MB100 (vollbeladen mit Motorrad, Staubox (von der bis jetzt niemand weiss was da eigentlich drinnen war), Espresso Vollautomat und sicher auch noch Whirlpool) rauszuziehen, ist mir dann letztlich die Steckachse gebrochen. Eigentlich war klar, dass das passieren würde, aber man versucht halt schliesslich alles um da gemeinsam wieder rauszukommen.
    Wie im besten Hollywood Katastrophenfilm, zeigt das bis dahin beste rumänische Wetter was es drauf hat und es wird augenblicklich stockdunkel und schüttet wie aus Eimern. Die Staubpiste verwandelt sich zur Schlammwüste, Blitze schlagen irgendwo im Wald neben uns ein, mein Landy hält sich nicht mehr an der Steigung da die Handbremse nun nur noch auf die Vorderräder wirkt und so einfach runterrutscht. Also erneut Winde und meinen Landy hochgezogen.
    Oben dann die Petromax angemacht und die Steckachsen im Monsunregen gezogen.
    So haben wir dann an Ort und Stelle das Dachzelt aufgeklappt und im Wald übernachtet. Während ich am nächsten Morgen die Kardanwelle ausgebaut habe um weiterfahren zu können, wurde ein Bauer organisiert der dann den MB100 rausgezogen hat.
    Ich glaube der hat schon öfters Fahrzeuge vom Rückerweg rausgezogen ... aber sicher kein Wohnmobil!
    Da ich vorsorglich Steckachsen mit dabei hatte, war der Spuk dann nach Ausbau des Diff (Stummel hatte sich darin natürlich verkantet) auch wieder vorbei und wir konnten weiterfahren.

    Wir sind in Summe ca. 4200km gefahren, haben viel erlebt und gelernt. Über uns, die Fahrzeuge und das Land.
    Rumänien bietet eine atemberaubende Landschaft und die Gastfreundlichkeit der Bevölkerung ist großartig.
    Eine geniale "Erfahrung" und sicher nicht die letzte Tour die wir gemacht haben.

    Hier noch ein paar Bilder für die, die genauso wie ich vor einem Jahr, noch am träumen sind.

    Grüße,
    Thomas












    Grüße, Thomas
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  2. #2
    Mitglied Avatar von Hollywood
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Sehr schöner Beitrag. Macht Lust auf mehr und selbst erleben wollen ... damit meine ich aber nicht die Reparaturen :-)

    Vielen Dank und noch einen schönen Abend.

    Grüße, Hans-Jürgen

  3. #3
    Mitglied Avatar von JimmyZ
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Toller Beitrag! Macht Lust auf Urlaub...
    Immer des Gschiess mit der Elly

  4. #4
    Mitglied Avatar von yoeddy2
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Schöner Beitrag .... Klasse Bilder

    Ralf
    Der Weg ist das Ziel, und Entdecke Die Gelassenheit.....................Fahr Unimog ..... und Landy III 88er

  5. #5
    R.H.
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Steckachsen, Benzinpumpe, Verteiler, HBZ . Was habt ihr um Himmelswillen getrieben Thomas ? Steckachsen verstehe ich ja noch aber der Rest !!
    Deine Kiste ist doch eigentlich recht gut aufgestellt.
    Du hast mehr Teile verschlissen als ich die letzten 25000 km

    Schöne Bilder, motiviert mich umso mehr in meinem 109er Projekt :-)

  6. #6
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    Avatar von thstbr
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Hi Roland,
    die Ersatzteile sind nicht alle für meine Serie draufgegangen
    Bei mir war's "nur" der HBZ und die Steckachse.

    Was den HBZ anbelangt, hatte ich ein paar Wochen vorher den Bremskraftverstärker getauscht.
    Ich vermute, daß durch eine leicht verschiedene Einstellung der Kolben im HBZ etwas tiefer reingedrückt wurde und sich dadurch die Dichtung innen nach und nach aufgerieben hat. Wäre also vermutlich vermeidbar gewesen.

    Je länger ich darüber nachdenke, ist das vermutlich der gleiche Effekt den man auch beim Tausch des Geber- oder Nehmerzylinders hat.
    Da geschieht es ja auch oft, dass das nicht getauschte Teil ein paar Wochen später ebenfalls Probleme macht...

    Ich bin übrigens auch am Überlegen wegen eines Reise 109ers.
    Jetzt, nachdem der Vorbereitungs-Stress rum ist, werde ich mal wieder beim Stammtisch vorbeischauen.
    Brauche mal ein paar Tipps von Dir

    // Thomas
    Grüße, Thomas
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  7. #7
    Mitglied Avatar von Babaloo
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Hallo Thomas,

    ein sehr schöner Erlebnisbericht, gefällt mir. Auch die Bilder lassen nach mehr fragen.
    Was ich auf dem ersten Bild als letztes Auto sehe sieht aus wie ein Bully aber nicht wie ein MB 100.
    Ist das richtig oder war ein Gast dabei?

    Grüsse aus der Schweiz

    Der Klaus
    Grüsse, Ciao Babaloo

  8. #8
    Mitglied
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    Avatar von thstbr
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    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Ja, der Bully ist der T3-Synchro. Kam übrigens überall durch.

    Der MB100 ist auf den Bildern nicht zu sehen. Hier ist eines davon

    Grüße, Thomas
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  9. #9
    AWo
    Gast

    Standard AW: Wanderschrauben in Rumänien

    Beim Erwin waren wir im Juli auch. Noch nicht ganz vollständig, aber wir arbeiten noch dran...unser Reisebericht: Rumänien 2013.

    Gruß
    AWo

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