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Ökobilanz von Geländewagen besser...

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    Ökobilanz von Geländewagen besser...

    ..als ihr Ruf!


    Ökosünder in grünem Gewand

    Die Top-Ten überraschen nicht wirklich. Als der VCD(Verkehrs Club Deutschland/ http://www.vcd.org/vcd_auto_umweltliste.html http://www.vcd.org/oeko_bilanz_auto.html ) in der vergangenen Woche die Liste der umweltfreundlichsten Autos des Jahres 2006 vorstellte, standen an deren Spitze die zwei Hybridmodelle von Honda und Toyota, gefolgt von Kompaktwagen von drei fast baugleichen Kleinstwagen. Insofern keine Überraschung. Diese Liste wird jeweils vom VCS(Verkehrs Club Schweiz/ www.verkehrsclub.ch) übernommen.

    Eine amerikanische Studie hingegen kommt auf ganz andere Resultate. Dort siegt ein Jeep Wrangler, ein Geländewagen, vor dem Chevrolet Tracker, einem weiteren Off-Roader und dem Toyota Yaris.

    OK, wird sich da nun mancher sagen, die Amis haben, was Autos angeht, eben eine Schraube locker. Oder zwei. Doch vor so einem Urteil sollte man mal kurz die Bewertungskriterien betrachten.

    Bei der Bewertung des VCD geht es um den Verbrauch, um den Schadstoffausstoss und um den Lärm, den das Auto erzeugt. Durchaus logisch, mag man nun sagen, sind dies doch die umweltrelevanten Punkte, die einem als erstes einfallen, wenn man von Autos redet.

    Das Resultat der US-Studie hingegen geht von einem Ansatz aus, der uns ach so ganzheitlich denkende Europäer beschämen sollte. Die amerikanische Studie anerkennt nämlich, dass neue Autos nicht einfach vom Himmel fallen und die alten auch nicht vom Boden verschluckt werden, wenn man sie nicht mehr braucht. Stattdessen wird von einer 'lifetime energy usage' ausgegangen - der Energie die für ein Auto vom Bau der Fabrik, über die Fertigung und den Betrieb bis zu seiner Verschrottung aufgewendet werden muss.

    Werden diese Punkte alle berücksichtigt, sieht es für High-Tech-Mobile auf einmal schlecht aus. Die Komplexität der Technik in Hybrid-Autos, der Ersatz der Batterien, komplexe Antriebssysteme, die leichten Composite-Werkstoffe und die viel aufwändigere Entsorgung tragen dazu bei, dass ein herkömlicher Honda Civic am Ende seines Autolebens energietechnisch besser da steht, als sein sparsamer Hybrid-Bruder.

    Was im ersten Moment absurd erscheinen mag, wird bei der näheren Betrachtung von Fertigungsabläufen durchaus logisch. Jede zusätzliche Komponente erfordert zusätzliche Maschinen, die auch gefertigt werden müssen. High-Tech Werkstoffe verlangen Rohstoffe, die nur sehr schwer gefördert und mit grossem Aufwand verarbeitet werden müssen – alles Faktoren, die den Energieverbrauch nach oben treiben. Ein 'primitives' Auto - mit einem einfachen Motor und wenigen unterschiedlichen Werkstoffen - braucht während des Betriebes zwar mehr Energie, aber es benötigte in der Entwicklung und erst recht, wenn es entsorgt wird, viel weniger. Der Stahl geht ohne Probleme in das Recycling und die wenigen Fremdstoffe könnten allenfalls thermisch in einer Fernwärmeanlage verwertet werden.

    Ein modernes Auto hingegen besteht aus einem Verbund vieler verschiedener Werkstoffe, mit modernsten Verfahren miteinander verbunden. Aluminium, Stahl, Titan, Kohlefaserverbundwerkstoffe und normale Kunststoffe. Allein die Trennung dieser Materialien verschlingt Unmengen an Energie und belastet so die Umwelt, wenn das Auto schon nicht mehr fährt.

    Wenn man von der echten Ökobilanz ausgeht, führt scheinbar kein Weg um möglichst einfache 'Low-Tech'-Fahrzeuge herum, selbst wenn die einen teurer zu stehen kommen, als neueste High-Tech-Sprit-Verachter.

    Diese absurde Situation ergibt sich bei uns vor allem aus der Tatsache, dass nur der Energieverbrauch während des Betriebs vom Staat hoch besteuert wird, während jener zuvor und danach scheinbar nicht existiert.

    Beim Staat ist diese Blindheit noch nachvollziehbar, geht es hier doch vor allem um Steuereinnahmen. Dass aber Umweltschutzorganisationen die selben Scheuklappen tragen oder noch gar nicht realisiert haben, wie eine umfassende Ökobilanz eines Autos auszusehen hätte, macht einen hingegen nachdenklich. Vor allem, wenn sie Ökosündern ein grünes Gewand überwerfen.

    Original Quelle

    Der englischsprachige Link hierzu, man beachte auf Seite 2 die Liste der 20 größten Energieverschwender!

    Quelle
    G4Dachträger RR LM für 600€ zu verkaufen

    #2
    Ich habs schon öfter mal gesagt:

    Wenn man den gesamten Energieverbrauch eines Autos mit 100% zugrunde legt, dann gehen alleine 60% für die Herstellung drauf. Für diese 60% ist noch dazu der Schadstoffausstoß völlig ungeklärt! Aber ich kann mir gut vorstellen, dass alleine der metalurgische Teil Unmengen an Schadstoffen im Vergleich zum Betrieb des Fahrzeuges erzeugt.

    Es ist also absolut sinnvoll Autos zu bauen, die möglichst lange halten und nicht alle paar Jahre was neues zu erzwingen.

    Früher war das übrigens auch der Standpunkt der "Grünen". Heute haben sie diesen Standpunkt zugunsten ihrer wirtschaftsliberalen Wendung aufgegeben.

    Mein Tdi ist 20 Jahre alt. Darum fahre ich ihn mit reinem Gewissen (zu 50% mit Pflanzenöl)

    Allerdings muß man auch folgendes mal sagen: Ein Euro 4 Auto erzeugt beim Starten bis zu 1 000 000 mal weniger Schadstoffe ( HC ) als ein alter Benziner mit Choke und ohne Kat.

    Darum bleibt eigentlich als Resumee: Ökologisch ist es am sinnvollsten möglichst lange haltbare Fahrzeuge zu bauen, die über eine nachrüstbare Technik verfügen.

    ökologische Grüße

    Sigi

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      #3
      Hallo zusammen

      Ein berühmter Staatsmann des letzten Jahrhunderts hat einmal gesagt:

      Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast...... ;)

      Grundsätzlich bin ich mit euch einig, möchte das Ganze etwas relativieren.

      Je nach Darstellung und Gewichtung kann man mit einer Studie/Statistik alles beweisen und bei einer Veröffentlichung glauben viele was sie da, schwarz auf weiss lesen können. Dies ohne zu hinterfragen.

      Diese Ami-Studie zeigt mir, dass man die ganze Sache auch von einer anderen Seite her betrachten kann, nicht mehr und nicht weniger.
      Ist schon ein wenig auffällig, dass gerade ein Ami-Wagen der Beste in der Bilanz der Amis ist..... ?(

      Eine ähnliche Diskusion gab es einmal in vereinfachter Form über Sparlampen, die brauchen viel weniger Strom im Betrieb jedoch ein vielfaches für die Produktion. Also rechnet sich so eine Lampe nur wenn sie auch länger hält als eine herkömliche und nur wenn sie auch über längere Zeiträume leuchtet. Bei häufigem ein- und ausschalten schneidet die herkömliche Glühbirne immer noch besser ab.
      Je nach Einsatzzweck ist das Eine oder das Andere besser.

      Damit will ich sagen, dass man für alle Pros und für alle Contras Argumente finden kann und finden wird.
      Jeder muss selber für sich wissen ob er es vertreten kann oder nicht.

      Der Gesetzgeber wird auch immer die Argumente benutzen, welche ihm gerade am besten in den Kram passen und sie uns dementsprechend "schön" angerichtet vorsetzen.

      Mein Dicker ist ein Benzinvernichter, dies hat zur Folge, dass ich viel bewusster gebrauch von ihm mache als mit einem Fahrzeug, welches unter 10L/100Km verbraucht. Auf ein Jahr gesehen hat dann der Dicke weniger Km gemacht und in etwa gleich viel Sprit verbraucht. So ein Verhalten kann in keiner Ökobilanz erfasst- und berücksichtigt werden.

      Währen alle Autos für 1Mio. Km ausgelegt, hätten wir freude und die Autoindustrie mit allen Zuhlieferern und Abhängigen nicht.

      Es ist nicht leicht die "Ganzheitlich" beste lösung zu finden, zumal diese mit ändernder Umwelt auch ändert.

      Zum Schluss: Es gibt sogar eine Studie die besagt, dass die Luftverschmutzung durch Klein- und Kleinstpartikel und die trübung der Atmosphere durch den hohen CO2 Gehalt, die Erderwärmung verlangsamt...... ?( ?( ;) ?( ?( (erstellt im Auftrag von BP)

      Grüsse
      Flavio

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        #4
        Ist schon ein wenig auffällig, dass gerade ein Ami-Wagen der Beste in der Bilanz der Amis ist..... verwirrt
        Genau das ist der Teil, den man nicht unbedingt glauben muß, besonders weil die "durchschnittliche" Lebendauer eines Fahrzeuges bei dieser Betrachtungsweise ein wichtiger Faktor ist, den man quasi nach Belieben "bearbeiten" kann.

        Deshalb würde ich aber nicht die gesamte Studie in Zweifel ziehen, obwohl der Begriff "Ökobilanz" in keinster Weise definiert ist. Aber die Ökologie eines Fahrzeuges nur am Verbrauch und der Abgasqualität festzumachen ist zweifelsohne zu kurz gegriffen.

        Sogar bei der Abgasnorm muß man noch gewichten. Die Meßzyklen für Euro 4 und Euro 5 beinhalten fast nur Geschwindigkeits- und Lastbereiche bis 130 km/h.
        D.h. darüber dürfen die Wagen Dreck machen soviel sie wollen, denn es wird im Meßverfahren nicht erfasst.

        Sigi

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          #5
          Sicherlich alles statistisch wunderbar abgesichert. Aber der gesunde Menschenverstand sagt einem auch ohne Ökobilanz, dass ein Auto, das sich unaufwendig herstellen und wiederverwerten läßt, wenig Treibstoff braucht und dann auch noch wegen Kat wenig Schadstoffe in die Umwelt entläßt, wohl ziemlich gut sein dürfte. Vielleicht aber nicht so sicher bei Unfällen wie ein HiTech-Auto.

          Jedenfalls gehört in meinem Verständnis ein Landrover nicht in die Kategorie der oben angesprochenen Autos, aber auch nicht ein Jeep oder ein Hybridauto. Was alleine in letzterem an aufwendigster Technologie mit dem dazu notwendigen Energieeinsatz vor der Produktion des Autos selbst steckt, macht doch die Ökobilanz für das einzelne Auto völlig hin und schraubt sie vermutlich in Höhen eines Panzers.

          Individuell hat man noch die Möglichkeit, einen älteren Landy zu fahren, und das bei den Gelegenheiten, wo Kosten und Nutzen für die Umwelt und die Freude am Autofahren in einer vernünftigen Relation stehen. Für den Rest gibt es das Fahrrad, den ÖPNV, die Fernbahn, das Flugzeug, die Fahrgemeinschaft - was weiß ich. Das läßt sich auch nur auf der Basis der individuellen Mobilitätsnotwendigkeiten und dem zur Verfügung stehenden Geldbeutel beurteilen, daher kann man schlecht jemand Vorschriften machen. Ein Fortschritt wäre sicher aber die Umlegung der Kfz-Steuer auf den Spritpreis. Und für LKWs eine Gleichbehandlung mit den PKWs, was den Schadstoffausstoss betrifft.
          Besten Gruß, Karl
          *** Stil ist keine Motorsäge ***

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            #6
            Ach, es freut mich so sehr, dass es unter uns doch den einen oder anderen gibt, der sich zumindest um diese Themen Gedanken macht.

            Manchmal glaube ich nämlich doch, wenn man so einige Beiträge liest, dass die ökologische Verteufelung der Offroad-Fahrzeug-Fahrer gar nicht so unangebracht ist.

            Für mich als alten Öko ist es ein ganz schöner Spagat zwischen Gewissen und Liebe zu meinem Fender.

            Gruß

            Holger
            Stur lächeln und winken...
            bis 12/2008: Defender 110 SW
            seit 02/2012: Lada Niva

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              #7
              Der Gesetzgeber belohnt Fahrzeuge im "Premium"-Preisbereich mit günstigen Steuern, weil sie 15-18 L Super/100Km mit geringerem Schadstoffanteil versaufen als Allerweltsautos, deren Fahrer schon allein aus wirtschaftlichen Gründen mit leichtem Gasfuß daherkommen. Klar, die Superkisten sind ja vollgepfropft mit Hitech für viel Geld und diese Technik ermöglicht den geringen Schadstoffausstoß. Allerdings wird nicht berücksichtigt, dass die Herstellung der Technik und später auch ihre Entsorgung wieder zu einem weitgehend unbemerkten ökologischen Kollateralschaden führen.
              Es wäre daher nötig, einmal eine ganzheitliche Betrachtung eines Auto-Lebens anzustellen und zwar vom Zeichenbrett bis zum Recycling des letzten Krümels. Dann würde sich wahrscheinlich zeigen, dass einfacher aufgebaute Fahrzeuge, die länger aber weniger intensiv genutzt werden, niedrigere ökologische Kosten verursachen als unbezahlbare Hitech-Monster, bei denen hinten angeblich nur noch Frischluft rauskommt, die aber im Jahr 80.000 Km im Hochgeschwindigkeitsrausch über die BAB gehetzt werden.
              ronlandy

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